{"id":2170,"date":"2011-01-16T17:53:13","date_gmt":"2011-01-16T16:53:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.raffael-fischer.ch\/?p=733"},"modified":"2011-01-18T16:07:37","modified_gmt":"2011-01-18T15:07:37","slug":"vernuenftige-bleiben-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/2011\/01\/16\/vernuenftige-bleiben-weg\/","title":{"rendered":"Vern&#252;nftige bleiben weg"},"content":{"rendered":"<p>Quizfrage: Von welcher politischen Partei stammen folgende Vorschl&#228;ge? 1. Die Unterscheidung zwischen Steuerbetrug und Steuerhinterziehung ist aufzugeben (und damit das Bankgeheimnis weiter zu lockern). 2. Die Schweiz sollte bis im Jahr 2039 aus der Atomenergie aussteigen. &#8211; Falsch, nicht SP oder Gr&#252;ne, weder CVP noch FDP und schon gar nicht die SVP. Nein, so spricht die BDP, die sich als &#8220;die neue Kraft&#8221; im Wahljahr 2011 vor allem an Neu- und Wechselw&#228;hler wenden will. An ihrer gestrigen Delegiertenversammlung behauptete der Glarner Nationalrat Martin Landolt gar: &#8220;Die BDP ist auch gr&#252;n.&#8221; Zwischen Rhetorik und Tatbeweis ist es zwar noch ein weiter Weg, aber immerhin t&#246;nen diese Worte doch einiges vern&#252;nftiger als die marktschreienden Parolen der SVP, zu der die meisten aktiven BDP-Politiker sich noch vor wenigen Jahren bekannten. Abweichungen gibt es vor allem punkto Aussenpolitik, Umweltschutz und Bildungswesen. In anderen Feldern bleibt die BDP der SVP nahe, etwa in der Ausl&#228;nder-, Integrations- und Sicherheitspolitik.<\/p>\n<p>Die BDP hat sich erstaunlich stark emanzipiert von der SVP, die zunehmend schrill ihre immer gleichen Parolen mediengerecht auf allen Kan&#228;len unabl&#228;ssig absondert: Wer nicht in die EU will, muss die SVP w&#228;hlen&#8230; Eine Parole von 1995! Die SVP bleibt stehen und posaunt alte Spr&#252;che, als ob nicht inzwischen erfolgreich &#252;ber 125 bilaterale Abkommen geschlossen worden w&#228;ren, die trotz anderslautender Behauptungen der Schweiz insgesamt viel mehr Vorteile als Nachteile gebracht haben. Interessanterweise verlangt nun gerade die Partei, die in den letzten Jahren am meisten von der Personalisierung der Politik profitiert hat, dass man &#8220;mehr &#252;ber Inhalte als &#252;ber K&#246;pfe&#8221; reden soll. Schon gut, Toni, aber gleichzeitig den Medien schon m&#246;gliche St&#228;nderatskandidaturen stecken! Die SVP nutzt den Medienzirkus perfekt f&#252;r ihre Zwecke: Sie inszeniert ihren Parteitag mit viel Rummel und einem Zottel. Der ganze Saal in Emmenbr&#252;cke war plakatiert mit ganz vielen Abstimmungsplakaten, so dass bei dem knapp einmin&#252;tigen Fernsehbericht &#252;ber die DV das d&#228;mliche Knarrenplakat mindestens siebenmal zu sehen war. W&#228;hrend &#252;brigens die SVP die Waffenschutz-Initiative mit 432 zu 1 Stimme ablehnte, empfiehlt die BDP zwar mit 82 zu 27 Stimmen bei 8 Enthaltungen ebenfalls die Nein-Parole. Das Ergebnis zeigt aber, dass dort eine Auseinandersetzung &#252;ber Vor- und Nachteile einer Vorlage vermutlich m&#246;glich ist und das Resultat nicht von vornherein schon feststeht. <\/p>\n<p>Es bleibt als Fazit: Die BDP ist das vern&#252;nftigere Gegenbild zur SVP, sie vereint die versprengten &#220;berreste der Glarner und B&#252;nder Demokraten und des liberalen Teils der Berner BGB\/SVP. W&#228;re die Geschichte anders verlaufen, k&#246;nnte die SVP heute eine &#8220;normale&#8221; Partei sein und etwa die Positionen der BDP vertreten. Aber einer kleinen Clique ist es ausgehend von Z&#252;rich ab den 90er-Jahren gelungen, die vierte Bundesratspartei zu &#252;bernehmen und sie in eine gut ge&#246;lte Wahlkampfmaschine umzufunktionieren. Mit vereinfachten Positionen und S&#252;ndenbockpolitik, wie sie fr&#252;her nur kleine Rechtsaussenformationen wie die Autopartei oder die Nationale Aktion zu vertreten wagten sowie rabiater Rhetorik, professionellem Marketing und viel Geld wurde sie zur st&#228;rksten Partei der Schweiz. Doch die Worte von Parteipr&#228;sident Brunner lassen erahnen, dass auch ihm langsam klar wird, dass die &#196;ra Blocher definitiv bald abgeschlossen ist. Jeder Spuk geht mal zu Ende. Hoffen wir m&#246;glichst bald. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quizfrage: Von welcher politischen Partei stammen folgende Vorschl&#228;ge? 1. Die Unterscheidung zwischen Steuerbetrug und Steuerhinterziehung ist aufzugeben (und damit das Bankgeheimnis weiter zu lockern). 2. 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