{"id":4040,"date":"2013-11-29T10:31:41","date_gmt":"2013-11-29T09:31:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.raffael-fischer.ch\/?p=2620"},"modified":"2013-11-29T10:31:41","modified_gmt":"2013-11-29T09:31:41","slug":"versammlungsdemokratie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/2013\/11\/29\/versammlungsdemokratie\/","title":{"rendered":"Versammlungsdemokratie"},"content":{"rendered":"<p>Am Montagabend besammelten sich &#252;ber 400 Einwohnerinnen und Einwohner zur <a href=\"http:\/\/www.willisauerbote.ch\/2013\/11\/willisau-gemeindeversammlung-lehnt-budget-ab.html\" >Gemeindeversammlung in Willisau<\/a>. Viele kamen, um eine umstrittene Deponie in der Neu-Rossgass abzulehnen. Zuvor standen jedoch die Information &#252;ber den Finanzplan und die Genehmigung des Budgets auf dem Programm. Ein Votant meldete sich und kritisierte einige Zahlen. Obwohl der Stadtrat manches richtig stellte, wurde daraufhin das Budget in einer geheimen Abstimmung mit 225 zu 195 Stimmen abgelehnt. Damit wurde auch die (schon l&#228;nger vorgesehene) Erh&#246;hung des Steuerfusses von 2,1 auf 2,2 Einheiten vorerst abgelehnt. <\/p>\n<p>Der Stadtrat muss ein neues Budget vorlegen, er soll &#8220;sparen&#8221;. Doch wo? Meines Erachtens wurde gut budgetiert, viele Ausgaben sind gebunden. Den erh&#246;hten Spardruck auf Verwaltung, Bildung und Pflege lehne ich ab. Dort l&#228;sst sich praktisch nur beim Personal sparen. Gleichzeitig soll dieses immer mehr Aufgaben m&#246;glichst gut erledigen. Kompetentes Fachpersonal hat seinen Preis und zu bedenken ist, dass auch Staatsangestellte ihr Geld ausgeben, es fliesst zur&#252;ck in den Konsum. Bei den eigenen Anspr&#252;chen will anderseits kaum einer sparen. So brachte es ein anderer Votant fertig, nur kurze Zeit sp&#228;ter eine neue Strasse zu fordern! <\/p>\n<p>Es ist legitim, dass an der Gemeindeversammlung kontrovers diskutiert und der Stadtrat kritisch beurteilt wird. Die Ablehnung des Budgets ist eine Tatsache und er&#246;ffnet die Chance zu einer besseren Vorlage im zweiten Anlauf. Ein Fragezeichen ist aber bei der Repr&#228;sentativit&#228;t der Versammlung zu setzen. Im Saal beteiligten sich am Montag 425 Personen aus Willisau. Bei der Abstimmung am Vortag waren 5413 B&#252;rgerinnen und B&#252;rger stimmberechtigt und 2859 machten von ihrem Recht Gebrauch. Mit anderen Worten: Trotz des &#8220;ungew&#246;hnlich grossen&#8221; Aufmarschs zur Gemeindeversammlung beteiligten sich nur knapp 8% der Stimmberechtigten an den Beratungen und entschieden f&#252;r alle. 425 Personen f&#252;r ca. 7500 Personen, das ist politisch bedenklich. F&#252;r ein St&#228;dtchen dieser Gr&#246;ssenordnung sollte daher die Einf&#252;hrung eines kleinen, g&#252;nstigen Einwohnerrats (z.B. mit 25 Personen) gepr&#252;ft werden. Eine andere M&#246;glichkeit ist die Organisation von Urnenabstimmungen zu wichtigen Themen. <\/p>\n<p>Um die sch&#246;ne Tradition einer Volksversammlung dennoch aufrecht zu erhalten, k&#246;nnte der Stadtrat einmal im Jahr alle B&#252;rgerinnen und B&#252;rger zu einer Gespr&#228;chsrunde einladen, an der er sich den Fragen stellt und Auftr&#228;ge zur Pr&#252;fung entgegen nimmt. Doch um Entscheide gut abzust&#252;tzen, taugt die Gemeindeversammlung in der heutigen Zeit nicht mehr. Zu viele Personen sind an den Abenden beruflich, in der Familie, sportlich oder kulturell engagiert. Wenn an einer kantonalen Urnenabstimmung fast 3000 Personen, aber an der Gemeindeversammlung nur 300-450 Personen teilnehmen, stimmt etwas nicht. Ich denke nicht, dass es am Interesse mangelt. Nach der Fusion von 2006, die zwei mittelgrosse Gemeinden zu einer Kleinstadt zusammenf&#252;gte, ist die Zeit reif f&#252;r eine politische Reform.<\/p>\n<p>P.S. Die Ablehnung der Deponie schien mir v&#246;llig richtig. Zu viele Fragen vor allem hinsichtlich des Hochwasserschutzes blieben ungekl&#228;rt. Es fehlte ein Umweltvertr&#228;glichkeitsgutachten, das von einer neutralen Stelle erstellt wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Montagabend besammelten sich &uuml;ber 400 Einwohnerinnen und Einwohner zur Gemeindeversammlung in Willisau. Viele kamen, um eine umstrittene Deponie in der Neu-Rossgass abzulehnen. Zuvor standen jedoch die Information &uuml;ber den Finanzplan und die Genehmigung des Budgets auf dem Programm. Ein Votant meldete sich und kritisierte einige Zahlen. Obwohl der Stadtrat manches richtig stellte, wurde daraufhin [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,6],"tags":[33,179,258,373,458],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4040"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4040"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4040\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4121,"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4040\/revisions\/4121"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4040"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4040"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4040"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}