{"id":4152,"date":"2014-05-18T16:27:48","date_gmt":"2014-05-18T15:27:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.raffael-fischer.ch\/?p=2725"},"modified":"2014-05-18T16:27:48","modified_gmt":"2014-05-18T15:27:48","slug":"heilige-kuh-ausgebremst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/2014\/05\/18\/heilige-kuh-ausgebremst\/","title":{"rendered":"Heilige Kuh ausgebremst"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/photo.php?fbid=769277433105726&amp;set=pcb.769277769772359&amp;type=1&amp;theater\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.raffael-fischer.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/10302644_769277433105726_6138636149600852433_n-300x200.jpg\" alt=\"Abstimmungsfest\" width=\"300\" height=\"200\" class=\"alignright size-medium wp-image-2726\" \/><\/a>In den letzten Wochen fand eine relativ starke Mobilisierung von rechts statt. Aufgeschreckt durch die schlechten Umfragewerte bem&#252;hten sich rechte Parteien, das Gripen-Fonds-Gesetz zu retten. Landauf landab waren blaue Flieger plakatiert, w&#228;hrend die Gegenseite kaum &#252;ber finanzielle Mittel verf&#252;gte. Dennoch obsiegte am heutigen Sonntag eine breite Allianz von Gr&#252;nen, Gr&#252;nliberalen, SP, Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA), krischen Offizieren und rechten Gegnern der umstrittenen Beschaffungsaktion. Das Nein war selbstverst&#228;ndlich kein Votum gegen die Armee, sondern nur gegen den konkreten Plan, 22 Gripen-Kampfjets zu kaufen. Dennoch ist es ein historischer Entscheid, denn bisher erhielten armeekritische Initiativen oder Referenden noch nie eine Mehrheit. Genau ein Vierteljahrhundert nach der Abstimmung &#252;ber die GSoA-Initiative zur Armeeabschaffung erhielten die hohen Milit&#228;rs heute einen weiteren Denkzettel: Sie m&#252;ssen schon besser begr&#252;nden, wozu genau was ben&#246;tigt wird hinsichlich bewaffneter Kr&#228;fte, um Mehrheiten zu finden. Worth&#252;lsen wie &#8220;bewaffnete Neutralit&#228;t&#8221; oder bloss &#8220;Sicherheit&#8221; reichen nicht. Die Heilige Kuh Armee hat keine Garantie mehr auf ungeteilte Zustimmung in der Bev&#246;lkerung.<\/p>\n<p>Weniger erfreulich sind zwei andere Ergebnisse des heutigen Abstimmungssonntags. Mit der Annahme der P&#228;dophilie-Initiative wird erneut eine Forderung in der Bundesverfassung verankert, die schwierig umsetzbar ist und bei wortgetreuer Auslegung in Konflikt steht mit anderen Verfassungsgrunds&#228;tzen wie der Verh&#228;ltnism&#228;ssigkeit. Zu hoffen ist, dass das Parlament und die Gerichte die Vorlage vern&#252;nftig umsetzen, so dass nicht gr&#246;bere Jugends&#252;nden gleich zu lebenslangen Berufsverboten f&#252;hren. \u2013 &#220;berraschend deutlich wurde die Mindestlohn-Initiative verworfen. Die Umfrageergebnisse vor der Abstimmung deuteten an, dass sie auch von vielen Arbeitnehmenden mit tiefen Einkommen klar verworfen wurde. Hier wirkte offenbar die massive Propaganda und die Angstmacherei der Arbeitgeber-Seite. Erstaunlich ist das Nein nicht. Eine Bev&#246;lkerungsmehrheit, die gegen 6 Wochen Ferien und gegen ein Lohnband von 1 zu 12 stimmt, erachtet auch Mindestl&#246;hne als einen zu starken Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit. Das ist zu respektieren. Bedenklich stimmt aber, dass eine grosse Zahl ebenfalls Betroffener gar nicht mitentscheiden konnte. Denn viele der Arbeiten, die am schlechtesten bezahlt sind, werden in diesem Land von Arbeitnehmenden ohne Schweizer Pass ausgef&#252;hrt. Das heutige Nein zum Mindestlohn passt damit zum Abstimmungsergebnis vom 9. Februar, indem die Gesamtaussage lautet: Hiesige Arbeitgeber werden auch weiterhin ausl&#228;ndische Arbeitskr&#228;fte besch&#228;ftigen, doch es besteht weder Anspruch auf anst&#228;ndige Entl&#246;hnung noch auf ein Aufenthaltsrecht f&#252;r die Familie. Eine solidarische Politik s&#228;he anders aus. Es gibt noch viel zu erkl&#228;ren und umzusetzen, bis man von einer echten Sozialpartnerschaft sprechen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten Wochen fand eine relativ starke Mobilisierung von rechts statt. Aufgeschreckt durch die schlechten Umfragewerte bem&uuml;hten sich rechte Parteien, das Gripen-Fonds-Gesetz zu retten. Landauf landab waren blaue Flieger plakatiert, w&auml;hrend die Gegenseite kaum &uuml;ber finanzielle Mittel verf&uuml;gte. 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