{"id":4527,"date":"2015-04-23T11:31:47","date_gmt":"2015-04-23T10:31:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/?p=4527"},"modified":"2015-04-23T11:31:47","modified_gmt":"2015-04-23T10:31:47","slug":"wider-die-fluechtlingskatastrophe-im-mittelmeerraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/2015\/04\/23\/wider-die-fluechtlingskatastrophe-im-mittelmeerraum\/","title":{"rendered":"Wider die Fl&#252;chtlingskatastrophe im Mittelmeerraum"},"content":{"rendered":"<p><em>Leserbrief von Louis Schelbert, Nationalrat Gr&#252;ne, Luzern<\/em><\/p>\n<p>Was mit Fl&#252;chtlingen im Mittelmeerraum passiert, ist schrecklich. Die Katastrophe kostet Aberhunderte, Abertausende von Menschenleben. Das ist ein Skandal. Es ist ein Skandal, weil sie sich verhindern, zumindest aber erheblich vermindern liesse. Doch die Politik beschliesst das N&#246;tige nicht, weder die afrikanische, noch die europ&#228;ische.<\/p>\n<p>Die offizielle afrikanische Politik schaut nicht hin und die europ&#228;ische baut an der \u201eFestung Europa\u201c. Letztes Jahr beschloss die EU, die Seenotrettung \u201emare nostrum\u201c hinunterzufahren. Seit Jahren versuchen die Schengen-Staaten, zu denen auch die Schweiz geh&#246;rt, die Grenzen abzuschotten und verunm&#246;glichen vielen Fl&#252;chtlingen, auf legalem Weg nach Europa zu gelangen. In der aktuellen Katastrophensituation k&#246;nnen sie sich nicht einmal dazu durchringen, in der Seenotrettung wenigstens das Niveau von \u201emare nostrum\u201c wieder zu erreichen.  <\/p>\n<p>Die \u201eFestung Europa\u201c beg&#252;nstigt das kriminelle Schlepperwesen. Nat&#252;rlich m&#252;ssen die Schlepper zur Verantwortung gezogen werden. Aber es ist eine Illusion zu glauben, man k&#246;nne ihr Unwesen unter den heutigen Bedingungen ausrotten. Es ist eine Illusion zu glauben, Europa lasse sich vollst&#228;ndig abriegeln. Der Mangel an legalen Einreisem&#246;glichkeiten ist der Humus, auf dem das Schlepperwesen gedeiht. Verantwortung f&#252;r dessen Beg&#252;nstigung m&#252;ssen deshalb auch die Schengen-Staaten &#252;bernehmen.<\/p>\n<p>F&#252;r viele Menschen ist der Weg &#252;ber das Meer die einzige M&#246;glichkeit zur Flucht. In der Verzweiflung gehen sie extreme Risiken ein. Flucht muss m&#246;glich bleiben, Europa muss als Fluchtort m&#246;glich bleiben und die Schweiz muss mithelfen, dass Fl&#252;chtlinge auf legalem Weg nach Europa, in den Schengen-Raum und damit auch in die Schweiz gelangen k&#246;nnen.<\/p>\n<p>Die heuchlerische Ausrede: Wir k&#246;nnen nicht alle aufnehmen, gilt nichts und ist verantwortungslos. Der weit &#252;berwiegende Teil der Fl&#252;chtlinge flieht im eigenen Land oder in benachbarte L&#228;nder. Nur ein kleiner Teil sucht den Weg nach Europa und noch weniger finden ihn.<\/p>\n<p>Die Schweiz muss und kann zur Linderung der Not und zur Behebung der katastrophalen Situation einen massgeblichen Beitrag leisten. Folgende Massnahmen sind sofort in die Wege zu leiten:<\/p>\n<p>&#8211; Die Schweiz muss einen Krisenstab einrichten, damit humanit&#228;re Sofortmassnahmen eingeleitet und unterst&#252;tzt werden k&#246;nnen.<\/p>\n<p>&#8211; Die Schweiz muss mithelfen, \u201eBr&#252;cken\u201c zu bauen, damit Fl&#252;chtlinge legal in den Schengen-Raum und in die Schweiz einreisen k&#246;nnen.<\/p>\n<p>&#8211; Die Schweiz muss mithelfen, &#252;berforderte L&#228;nder wie Italien, Malta oder Griechenland zu entlasten, indem sie Bootsfl&#252;chtlinge aufnimmt und finanzielle Beitr&#228;ge leistet.<\/p>\n<p>Dazu muss das Botschaftsasyl wieder eingef&#252;hrt werden. Seine Abschaffung war ein Fehler; denn es w&#252;rde es Fl&#252;chtlingen erm&#246;glichen, in den ausl&#228;ndischen Botschaften in ihrer Heimat einen Asylantrag zu stellen. Der Bundesrat muss dem Parlament die Wiedereinf&#252;hrung des Botschaftsasyl unterbreiten und die rasche Einf&#252;hrung ist mit einem dringlichen Bundesbeschluss zu erm&#246;glichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leserbrief von Louis Schelbert, Nationalrat Gr&#252;ne, Luzern Was mit Fl&#252;chtlingen im Mittelmeerraum passiert, ist schrecklich. Die Katastrophe kostet Aberhunderte, Abertausende von Menschenleben. Das ist ein Skandal. Es ist ein Skandal, weil sie sich verhindern, zumindest aber erheblich vermindern liesse. Doch die Politik beschliesst das N&#246;tige nicht, weder die afrikanische, noch die europ&#228;ische. 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