{"id":4624,"date":"2015-06-08T12:54:26","date_gmt":"2015-06-08T11:54:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/?p=4624"},"modified":"2015-06-08T12:54:26","modified_gmt":"2015-06-08T11:54:26","slug":"flanieren-geht-ueber-konsumieren-von-der-kommerzialisierung-des-oeffentlichen-raums","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/2015\/06\/08\/flanieren-geht-ueber-konsumieren-von-der-kommerzialisierung-des-oeffentlichen-raums\/","title":{"rendered":"Flanieren geht &#252;ber konsumieren &#8211; von der Kommerzialisierung des &#246;ffentlichen Raums"},"content":{"rendered":"<p><em>R&#252;ckblick auf das Palaver vom MO, 4. Mai 2015. <\/em><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/palaver_reihe_10_03_lay.pdf\">palaver_reihe_10_03_lay<\/a><\/p>\n<p>Mehr als 20 Personen kamen ins Caf\u00e9 Parterre um zu palavern. Der Titel ist offensichtlich  auf Interesse gestossen. Erfreulich war auch, dass nicht alleine das Gr&#252;ne Stammpublikum da war. Viele neue Gesichter! <\/p>\n<p>Schon zu Beginn ihres interessanten Inputs hat Barbara Emmenegger, Sozialforscherin, klar gemacht, dass wir immer konsumieren, auch wenn wir scheinbar nur flanieren. Auch wenn wir nichts trinken oder essen konsumieren wir, z.B. auf einem Spaziergang dem See entlang die Aussicht &#252;ber den See auf die Berge.<\/p>\n<p>In einer Stadt treffen vielf&#228;ltige Bed&#252;rfnisse aufeinander, Kinder m&#246;chten spielen, das Jungvolk m&#246;chte Party, die Gesch&#228;fte Kundschaft, die Tourismusindustrie G&#228;ste aus der ganzen Welt, Einige m&#246;chten nachts schlafen k&#246;nnen. All diesen Bed&#252;rfnissen gerecht zu werden, ist eine grosse Herausforderung an Regierende, Stadtplanende, Politikerinnen und Politiker, die Bev&#246;lkerung.<\/p>\n<p>Wer die Entscheidungshoheit hat &#252;ber den entsprechenden &#246;fffentlichen Raum, steuert, wer willkommen ist, oder wer draussen bleiben soll. Der &#246;ffentliche Raum ist immer exklusiv. An einigen Orten ist klar, wer erw&#252;nscht ist, Bahnpassagiere in den Bahnhofshallen, aber nicht Obdachlose. Um diese fernzuhalten werden B&#228;nke installiert, auf denen man sich nicht hinlegen kann, oder gar nur Sitzstangen. <\/p>\n<p>Die Nutzung des &#246;ffentlichen Raums kann auch mit Wegweisungsartikeln und Rayonverboten eingeschr&#228;nkt werden. Ein wenig taugliches Mittel, schon bald tauchen die unliebsamen G&#228;ste  woanders auf. <\/p>\n<p>Eine lebenswerte Stadt zielt auf ein Gleichgewicht hin. Ein positives Beispiel ist das Inseli, ein ehemals von vielen eher gemiedener &#246;ffentlicher Raum. Es wurde mit sanften Massnahmen (Buvette) aufgewertet und ist inzwischen zu einem beliebten Begegnungsort f&#252;r eine breite Bev&#246;lkerungsschicht geworden.<\/p>\n<p>Barbara Emmenegger hat in ihrem Input die symbolischen Zuschreibungen f&#252;r Orte, R&#228;ume, Pl&#228;tze, Strassen  erw&#228;hnt. Diese f&#252;hren zu einer Art Selbstregulierung. Im Rahmen eines ihrer Forschungsprojekte hat ihr eine &#228;ltere, in Z&#252;rich-Altst&#228;tten wohnende Frau erz&#228;hlt, dass sie ihr bestes Kleid anziehe, wenn sie mal an der Bahnhofstrasse in Z&#252;rich was besorgen m&#252;sse. Sie scheint sich dort nicht besonders wohl zu f&#252;hlen, nicht zugeh&#246;rig, geht wohl nur hin, wenn sie muss.<\/p>\n<p>Ein Beispiel f&#252;r Selbstregulierung in Luzern ist die Ufsch&#252;tti. Hier ist klar, wo Fussball oder Federball gespielt oder das Badetuch ausgebreitet werden kann. Es wird gegrillt und musiziert. Eine grosse Freiheit f&#252;r viele. Wen&#8217;s st&#246;rt, geht nicht hin oder w&#228;hlt eine ruhigere Zeit.<br \/>\nWas an diesem Abend &#246;fters als st&#246;rend genannt wurde, sind die vielen Events, die in den Augen vieler die Stadt zu einer Festh&#252;tte verkommen lassen. Hier wird dringend eine massvolle Steuerung gew&#252;nscht. <\/p>\n<p>Ein anregender Abend dieses Palaver. Wir danken Barbara Emmenegger!<\/p>\n<p>F&#252;r die Palaver-Gruppe \u2013 Edith Hausmann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer Stadt treffen vielf&#228;ltige Bed&#252;rfnisse aufeinander, Kinder m&#246;chten spielen, das Jungvolk m&#246;chte Party, die Gesch&#228;fte Kundschaft, die Tourismusindustrie G&#228;ste aus der ganzen Welt, Einige m&#246;chten nachts schlafen k&#246;nnen.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,6],"tags":[709,710,705,41,708,711,712,706,707,184,713],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4624"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4624"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4624\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4631,"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4624\/revisions\/4631"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4624"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4624"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4624"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}