{"id":5981,"date":"2019-10-11T07:54:33","date_gmt":"2019-10-11T06:54:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.michael-toengi.ch\/?p=3034"},"modified":"2019-10-11T07:54:33","modified_gmt":"2019-10-11T06:54:33","slug":"ausbau-der-strasseninfrastruktur-muss-ein-ende-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/2019\/10\/11\/ausbau-der-strasseninfrastruktur-muss-ein-ende-haben\/","title":{"rendered":"Ausbau der Strasseninfrastruktur muss ein Ende haben."},"content":{"rendered":"<p>Wenn ich momentan auf Podien &#252;ber die Klimapolitik diskutiere, &#252;bertreffen sich b&#252;rgerlicher Politiker*innen mit Bekenntnissen, was sie schon immer f&#252;r die Umwelt taten: Sie haben in ihren H&#228;usern Fenster ausgewechselt, W&#228;rmepumpen eingebaut oder eine Wand isoliert. Politiker, die im letzten Dezember noch alle fortschrittlichen Massnahmen abschmetterten, finden mittlerweilen das CO2-Gesetz in der Fassung des St&#228;nderates gut. Andere zucken mit den Schultern und meinen, man habe wohl in den letzten Jahren etwas verpasst. Gut so, es kommt Bewegung auf.<\/p>\n<p>In einem Punkt aber, da bewegt sich sehr, sehr wenig: Wenn es um die Automobilit&#228;t geht, den Ausbau des Autobahnnetzes, dann kommt weiterhin massive Unterst&#252;tzung: Kein b&#252;rgerlicher Politiker, keine Politikerin steht hin und sagt, Schluss mit einer Spange Nord und mit dem Bypass. Man m&#252;sse an die Landbev&#246;lkerung denken, die doch die Stadt erreichen m&#252;sse, es wird auf die wirtschaftliche Bedeutung hingewiesen und auf fr&#252;here Ausbauten, die zeigten, dass sie n&#246;tig gewesen seien. Der Stau von heute rechtfertigt dann sogar den Ausbau von gestern.<\/p>\n<p>Wenn wir die Klimakrise in gr&#246;sstem Ausmass abwenden wollen, so m&#252;ssen wir aber den Mobilit&#228;tsbereich ins Zentrum stellen. Im Geb&#228;udebereich und in der Produktion haben wir in den letzten 25 Jahren immerhin einige Erfolge erzielt. Trotz gr&#246;sserer Bev&#246;lkerung und mehr Wohnfl&#228;che pro Kopf ist der CO2-Ausstoss f&#252;rs Heizen um 25 bis 30 Prozent gesunken. Auch nicht berauschend schnell, aber immerhin gab es Fortschritte. Bei der Mobilit&#228;t dagegen liegt der CO2-Ausstoss immer noch auf dem Niveau von 1990.<\/p>\n<p>Gem&#228;ss Autoindustrie und b&#252;rgerlichen Verkehrspolitiker*innen wird die Mobilit&#228;t fast von alleine auf CO2-neutral werden. In K&#252;rze soll die H&#228;lfte der Neuwagen Elektroautos sein. Und nachher ist das Problem gel&#246;st.<\/p>\n<p>Ist es das? Nein, ganz und gar nicht. Erstens kommt der Umstieg auf E-Autos nicht mit einem Fingerschnippen und zweitens m&#252;ssen wir unabh&#228;ngig vom Antrieb die Mobilit&#228;t viel energieeffizienter gestalten. Wir haben nicht gen&#252;gend erneuerbaren Strom, um eine stets wachsende Automobilit&#228;t zu unterhalten. Konsequenz: Wir m&#252;ssen den &#246;V, Velo und zu Fuss gehen f&#246;rdern und Fahrgemeinschaften.<\/p>\n<p>Wollen wir diesen Weg einschlagen, so d&#252;rfen wir auf keinen Fall die Verkehrsfl&#228;chen f&#252;r den Autoverkehr weiter ausbauen. In diesem Sommer hat das Parlament nochmals einen Ausbau bewilligt, ausgerechnet in unserem Raum Luzern wird mit dem Bypass f&#252;r den Autoverkehr zus&#228;tzlicher Raum geschaffen. In der n&#228;chsten Runde in vier Jahren darf das nicht mehr geschehen. Die vorhandenen Gelder m&#252;ssen verst&#228;rkt in den Ausbau des &#246;ffentlichen Verkehrs und in eine gute Veloinfrastruktur\u00a0 und Fusswegverbindungen investiert werden. Dazu m&#252;ssen die Gelder aus dem grossen Nationalstrassen- und Agglomerationsfonds vom Autobahnbau in die Agglomerationsprogramme umverteilt werden. Mit <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=20194184\">einem Vorstoss<\/a> verlange ich eine Erh&#246;hung des Anteils f&#252;r die Aggloprogramme aus diesem grossen Geldtopf von 13 auf mindestens 16 Prozent. Man darf dann auch noch dar&#252;ber hinaus gehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ich momentan auf Podien &uuml;ber die Klimapolitik diskutiere, &uuml;bertreffen sich b&uuml;rgerlicher Politiker*innen mit Bekenntnissen, was sie schon immer f&uuml;r die Umwelt taten: Sie haben in ihren H&auml;usern Fenster ausgewechselt, W&auml;rmepumpen eingebaut oder eine Wand isoliert. 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