Grüne Vorstösse in Agglomeration und Gemeinden - Archiv 2002

Schutz der Persönlichkeit des Gemeindepersonals

Archiv: 27. Juni 2002

Interpellation der L20/SP Fraktion

Um qualifiziertes Personal zu gewinnen und zu halten, ist eine gute Vertrauensbasis zu den Vorgesetzten sowie ein Klima des persönlichen Respekts eine Notwendigkeit. Diskriminierung, Mobbing und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz sollen möglichst gar nicht erst entstehen, sondern präventiv bekämpft werden. Im Zusammenhang mit dem eingestellten Disziplinarverfahren gegen den Horwer Sozialvorsteher, stellt sich die Frage, wie in der Gemeindeverwaltung mit dieser Problematik umgegangen wird und wie allfällige Opfer in solchen Situationen geschützt werden.

Um Konflikte zu erkennen und zu lösen braucht es eine aktive Personalförderung und Personalberatung, welche zu den zentralen Führungsaufgaben gehört. Dieses Konfliktmanagement ist ein wichtiger Beitrag zu einem guten Arbeitsklima.

Tabuthemen wie Diskriminierung, Mobbing und sexuelle Belästigung beeinträchtigen jedes Betriebsklima nachhaltig, was Untersuchungen in diesen Bereichen belegen.

Zu diesen oft stark tabuisierten Themen bitten wir den Gemeinderat um Beantwortung folgender Fragen:
  1. Wie erklärt der Gemeinderat die Tatsache, dass beim Disziplinarverfahren gegen den Horwer Sozialvorsteher zwei Fälle verjähren konnten?
  2. Gibt es neben der disziplinarrechtlichen Relevanz auch andere Aspekte, die beim Umgang und bei der Bewertung von Diskriminierung, Mobbing oder sexuelle Belästigung für den Gemeinderat wichtig sind?
  3. Hat der Gemeinderat Vorstellungen wie er künftig mit dieser Problematik umzugehen gedenkt?
  4. Wurde eine Arbeitsgruppe zu diesen Themen eingesetzt oder ist eine in Planung?
  5. Welche Mittel stehen Betroffenen offen, ohne mit einer Kündigung zu rechnen? Gibt es eine neutrale Beratungsstelle, mit Schweigepflicht, welche Betroffene berät und begleitet?
  6. Ist der Gemeinderat bereit Massnahmen zu treffen, welche präventiv in diesen Bereichen wirken? z.B. Führungskräfte im Rahmen einer Weiterbildung zu sensibilisieren?