Feinstaubbelastung in der Stadt Luzern
Archiv: 9. Mai 2005
Neueste Messungen des Buwal zeigen, dass die Belastung der Umwelt durch Feinstaub zu hoch ist. Grenzwertüberschreitungen gehören leider schon zum Alltag - auch in Luzern. Entsprechende aktuelle Messungen und Daten sind unter www.in-luft.ch jederzeit abrufbar.
Motion von Katharina Hubacher, Namens der Fraktion Grünes Bündnis/Junge Grüne
Feinstaub sind Staubpartikel mit einem Durchmesser von 10 Mikrometer oder weniger (PM10). Sie sind ein bedeutender Teil des gesamten Schwebestaubes und machen mehr als die Hälfte der Immissionen aus. Die Entstehung der PM10-Belastung ist komplex. Feinstaub entsteht durch unvollständige Verbrennungen in Dieselmotoren, als Abfallprodukt aus Industrie, in Haus- und Ofenheizungen, aber auch als Abrieb von Reifen, Bremsen und Strassenbelägen. Feinstaub ist lungengängig und deshalb bedrohlich für unsere Gesundheit.
Ein Dieselmotor ohne Partikelfilter verpufft 1000 mal mehr Feinstaubpartikel als ein Benzinmotor. Seit Jahren ist bekannt, dass die Russpartikel in den Dieselabgasen krebserregende Substanzen enthalten. Sie verursachen Herz- und Kreislaufkrankheiten und führen zu einer erhöhten Anfälligkeit für Atemwegerkrankungen. Menschen, die an stark befahrenen Strassen wohnen, erkranken statistisch klar häufiger an Atemwegserkrankungen.
Auch der Feinstaub-Ausstoss aus privaten Kaminen ist hoch. Obwohl schon seit längerer Zeit gesetzlich verboten, werden in den Cheminées oder Holzöfen vieler privaten Haushalte immer noch diverse Abfälle unsachgemäss entsorgt, d.h. verbrannt.
Wir fordern daher den Stadtrat auf, sofort ein Massnahmepakt und ein entsprechendes Umsetzungskonzept auszuarbeiten, damit sich die Feinstaubbelastung in der Stadt Luzern in den nächsten drei Jahren soweit reduziert, dass sie im Jahresmittelwert wieder unter dem gesetzlichen Grenzwert von 20 Mikrogramm pro Kubikmeter liegt.
Folgende Massnahmen erscheinen uns sinnvoll und können bei Notwenigkeit ergänzt werden:
- Alle in der Stadt Luzern eingesetzten, stadteigenen Geräte und Fahrzeuge mit Dieselmotoren sollen, wenn nicht schon serienmässig vorhanden, nachträglich mit Partikelfilter ausgerüstet werden. Fahrzeuge und andere Geräte, bei denen keine Umrüstung möglich ist, sollen aus dem Betrieb genommen werden.
- Bei sämtlichen Arbeitsvergaben (Strassen- und Leitungsbauten, Hochbauten) an Bauunternehmungen muss verlangt werden, dass nur dieselbetriebene Maschinen mit Partikelfilter eingesetzt werden sollen.
- Der Stadtrat soll sich bei der VBL dafür einsetzen, dass in der Stadt Luzern nur noch Dieselbusse mit Partikelfilter eingesetzt werden.
- Der Stadtrat soll in Zusammenarbeit mit den Kaminfegern spezielle Kontrollen durchführen lassen, damit die Verursacher von unsachgemässen und illegalen Verbrennungen erfasst werden.
