Für die Erhaltung der Spiel- und Grünfläche an der Sälistrasse
Archiv: 9. Mai 2006
Dringliches Postulat von Beat Züsli, namens der SP-Fraktion, und Christa Stocker Odermatt, namens der GB/JG-Fraktion
Am 11. März 2004 stimmte der Grosse Stadtrat dem Baukredit für die Sanierung des Schulhauses und der Turnhalle Dula, dem Neubau einer Doppelturnhalle Säli und baulichen Anpassungen bei den Schulhäusern Säli und Pestalozzi zu. Dem Baukredit wurde in der Folge auch von der Stadtbevölkerung deutlich zugestimmt.
Bei der Projektentwicklung waren denkmalpflegerische und städtebauliche Aspekte von hoher Bedeutung, was dazu führte, dass die Doppelturnhalle nun als separater Baukörper realisiert wird. Vorschläge im Rahmen des Architekturwettbewerbes, welche eine Aufstockung oder einen Anbau an die bestehende Turnhalle vorschlugen, wurden verworfen. Mit der Platzierung der neuen Doppelturnhalle entlang der Pilatusstrasse geht ein grosser Teil der bisher als Spielplatz (v. a. Fussball) genutzten Grünfläche verloren. Mit dem nun in Realisierung befindlichen Projekt wird versucht, durch die Begehbarkeit des Daches diesen Verlust teilweise zu kompensieren.
Im Bericht und Antrag sind 14 Parkplätze auf dem ganzen Schulhausareal vorgesehen, wobei die bisherigen Standorte entlang der Bruch- und der Pilatusstrasse genutzt werden sollen.
Am 27. April 2006 wurde nun ein Baugesuch publiziert, das unter anderem einen Autoabstellplatz und eine Taxi-Vorfahrt an der Sälistrasse zum Inhalt hat. Auf einer bisher mit mehreren Bäumen, Bänken und zwei Tischtennis-Tischen versehenen Fläche sollen im Sommer 2006 10 Parkplätze und die Vorfahrt für die Taxidienste der Heilpädagogischen Sonderschule (HPS) erstellt werden. Lediglich eine kleine Restfläche der bisherigen parkähnlichen Anlage bliebe erhalten, sechs Bäume müssten gefällt werden. Obwohl dieses Baugesuch gegenüber dem Bericht und Antrag eine wesentliche Projektänderung enthält, wurden weder der Grosse Stadtrat noch die Baukommission jemals darüber informiert.
Die Erstellung der 10 Parkplätze (bzw. insgesamt 14 Parkplätze auf dem Gesamtareal) wird von den Projektverantwortlichen der Stadt mit dem Hinweis auf das Parkplatzreglement begründet. Der Artikel 5 des PP-Reglements zeigt jedoch auf, dass "wenn für das Ortsbild wichtige Grün- und Freizeitflächen zweckentfremdet werden, sind die Abstellflächen zu reduzieren, auf mehrere Grundstücke aufzuteilen oder ist deren Erstellung zu untersagen".
Wir fordern den Stadtrat auf, andere Lösungen für die Parkierung und die Taxi-Vorfahrt zu suchen, welche die Erhaltung der Spiel- und Grünfläche an der Sälistrasse ermöglichen. Das vorliegende Projekt ist aus folgenden Gründen abzulehnen:
- Die Spiel- und Grünflächen in dieser Schulanlage und im dicht bebauten Bruchquartier haben eine hohe Bedeutung als Naherholungsfläche, Spielfläche und als ökologische Ausgleichsfläche. Nach dem Verlust der Spielfläche wegen der neuen Turnhalle muss eine weitere Beeinträchtigung der Freiflächen bei der Schulanlage Dula/Säli/Pestalozzi unter allen Umständen verhindert werden.
- Die Kinder der HPS haben in diesem Bereich eine Rückzugsmöglichkeit, da dieser Platz gegenüber dem Pausenplatz leicht erhöht liegt. Mit der Erstellung des Parkplatzes würde diese Aufenthaltsmöglichkeit auf eine kaum noch brauchbare Fläche reduziert.
- Der Platz wird auch von QuartierbewohnerInnen genutzt und ist daher ein Bindeglied zwischen Schulnutzung und Quartier.
- Der Spielraum für andere Lösungen ist vorhanden, wenn entweder die Anzahl Parkplätze reduziert wird oder die vorhandenen öffentlichen Parkplätze im Umfeld der Schulanlage in das Projekt einbezogen werden. Das geltende Parkplatzreglement steht diesen Lösungen nicht entgegen.
