Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2006

Schaffung und Erhalt von Stellen für leistungsschwächere Mitarbeitende und Lehrlinge

Archiv: 21. Juni 2006

Postulat von Edith Lanfranconi-Laube, namens der GB/JG-Fraktion, Pius Suter, namens der CVP-Fraktion, Trudi Bissig-Kenel, namens der FDP-Fraktion, und Esther Steiger-Müller, namens der SP-Fraktion

Sowohl der Staat wie die Wirtschaft tragen soziale Verantwortung. Internationaler Wettbewerb, zunehmender Markt- und Konkurrenzdruck und Gewinnmaximierung haben bei Unternehmen in den letzten Jahren zunehmend zur Vernachlässigung dieser Verantwortung geführt. Leistungsschwächere Mitarbeitende - ältere Menschen, Menschen mit psychischer, physischer oder geistiger Beeinträchtigung - scheiden aus dem Erwerbsleben aus, Schulabgängerinnen und Schulabgänger finden keine Lehrstellen und werden so auf Unterstützung durch die Sozialversicherungen und/oder Sozialhilfe angewiesen.

Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, ist die Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren unabdingbar. In der Stadt Luzern ist diese bereits angelaufen. Die Unternehmen sollen Lehrstellen anbieten können, leistungsschwächere Mitarbeitende wieder eingliedern oder gar nicht erst aus dem Arbeitsprozess ausscheiden lassen. Dabei müssen sie von Sozialversicherungen und Sozialhilfe unterstützt werden. Gefordert ist aber auch die Politik.

KMU, die Stellen für Lehrlinge und/oder leistungsschwächere Mitarbeitende anbieten oder neu schaffen, sollen für diese Anstrengungen belohnt werden, respektive es soll ein Anreizsystem geschaffen werden, damit die KMU diese Mehrarbeit auf sich nehmen können. Viele Unternehmen in der Stadt Luzern bemühen sich und stehen zu ihrer sozialen Verantwortung, meist mit viel zeitlichem und menschlichem Engagement. Sie sollen dafür in Form von bevorzugter Auswahl bei öffentlichen Vergaben unterstützt werden.

Wir ersuchen den Stadtrat, die Vergabekriterien (Zuschlagskriterien) bei öffentlichen Beschaffungen entsprechend neu zu definieren und zwingend in allen Bereichen und Direktionen der Stadtverwaltung anzuwenden.