Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2006

Sparaktion - alles für nichts?

Archiv: 5. September 2006

Interpellation von Christa Stocker Odermatt namens der Fraktion der Grünen und Jungen Grünen

Im Mai 2003 führte die Stadt eine Kampagne durch, die zum Wassersparen animieren sollte. Das Projekt wurde im Rahmen des "UNO-Jahres des Süsswassers" lanciert.

An vielen Orten unserer Welt ist Wasser Mangelware. Millionen von Menschen haben nur begrenzten Zugang zu sauberem Wasser. Auch bei uns fliesst Trinkwasser nicht nur rein aus Bergquellen, sondern muss in einem mehrstufigen Verfahren aus Seewasser gewonnen werden.

Am 24.8.2006 veröffentlichte die NLZ einen Artikel zur Wassersparaktion der Stadt Luzern. Die Haltung der ewl-Verantwortlichen: "Die Luzerner Bevölkerung muss nicht mit Wasser sparen, denn es ist in genügender Menge vorhanden." (Zitat Iris Isenschmid, ewl), irritiert uns sehr. Auf der anderen Seite können wir die Aussage nachvollziehen, da bei der ewl vermutlich primär wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen.

Der Wasserverbrauch der Schweizer (auch der Luzerner) Bevölkerung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stetig vervielfacht.

Die Aussagen der ewl-Sprecherin und des Sprechers des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches im erwähnten Artikel haben uns zu einigen Fragen animiert:
  1. Welche Wasserwerke der Schweiz unterstützen/unterstützten gezielt Aktionen zum Wassersparen?
  2. Wie war das Echo der Luzerner Bevölkerung auf die Kampagne der Stadt Luzern?
  3. Wie viele Spardüsen wurden verkauft?
  4. Wie teuer ist die Aufbereitung von Seewasser pro m3?
  5. Wie teuer ist die Reinigung von verschmutztem Wasser?
  6. Was für weitere Auswirkungen hat der Mehrverbrauch von Wasser auf die Abwasserreinigung (Reinigungsqualität, Unterhalt und Erneuerung der Infrastruktur)?
  7. Wird die Stadt die Verantwortlichen der ewl zu einer weiteren Wassersparaktion anregen, um die Bevölkerung der Stadt Luzern für das Thema zu sensibilisieren?