Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2008

Günstiger Wohnraum in der Stadt Luzern

Archiv: 1. Dezember 2008

Postulat von Monika Senn Berger namens der G/JG-Fraktion

Seit 2005 ist der Leerwohnungsbestand in der Stadt Luzern von 0,93 auf 0,37 Prozent gesunken. Der Markt spielt immer weniger und die Mieten steigen. Diese Situation wird durch die sich abzeichnende Finanzkrise noch prekärer. Laut Dieter Marmet von Wüest&Partner werden sich die Mietpreise im nächsten Jahr um etwa 2 Prozent verteuern (vgl. "Die Mieten werden teurer" in NLZ, 22. Oktober 2008, Seite 13). Schon heute herrscht eine Notsituation bei Wohnungen unter 2000 Franken pro Monat. Die Stadt Luzern braucht jedoch Wohnungen für alle Bevölkerungssegmente.

Besonders für Familien ist das Finden von erschwinglichem Wohnraum sehr prekär. Während Studierende die Mietkosten für Wohnungen aufteilen und deren Eltern für sie bürgen, haben Familien mit niedrigem Einkommen schlechte Chancen auf dem Wohnungsmarkt. Die Sozialhilfe verfügt gegenüber wohnungssuchenden Klienten/-innen kaum über adäquate Instrumente. Wegen Wohnungsmangel besteht die Gefahr, dass Notsituationen von Vermietern/-innen ausgenutzt werden (vgl. NLZ am 21. September 2008 "Sozialhilfe-Empfänger spülen Geld in die Kasse").

Die Grünen und Jungen Grünen sind besorgt über diese Entwicklungen. Sie sind der Ansicht, dass die damit verbundenen Missstände behoben werden müssen. Dies auch im Zusammenhang damit, dass der Regierungsrat die kantonale Volksinitiative "Für zahlbares und attraktives Wohnen" als unnötig erachtet und ohne Gegenvorschlag ablehnt (vgl. NLZ, 1. Juli 2008, Seite 33).

Vor diesem Hintergrund sind folgende Anliegen zu prüfen:
  1. Der Stadtrat soll ein Programm entwickeln, das günstigen Wohnraum in städtischen, gemeinnützigen, genossenschaftlichen und privaten Liegenschaften mit verschiedensten Mitteln wie Baurecht, Gestaltungsplänen, Einbezug von Bewohnern/-innen usw. fördert.
  2. Der Stadtrat soll prüfen, welche städtischen Liegenschaften so saniert werden können, damit erschwingliche Wohnungen für einkommensschwache Luzerner/innen erhalten und geschaffen werden.
  3. Für besondere Härtefälle, vor allem bei Familien, soll der Stadtrat nach griffigen Lösungen suchen, zum Beispiel Notwohnungen oder Ausbau der AHiZ auch für Familien.