Stefanie Wyss: «Ich will eine Auswahl ermöglichen»
Archiv: 31. Juli 2009
Interview von Christian Bertschi, NLZ

«Ich würde es begrüssen, wenn Beat Stocker ins Rennen steigen würde. Das belebt das Geschäft.»
Die Ausgangslage ist anders. Der Regierungsrat hat eine Stimmrechtsbeschwerde gutgeheissen, da ist es für mich konsequent, wenn das Stimmvolk nochmals wählen darf. Zudem war ich sehr enttäuscht über das Verhalten von Stadtpräsident Studer.
Sie sprechen Studers Telefonat mit Kandidat Beat Stocker an, der sich daraufhin aus dem Rennen um den Stadtrat verabschiedet hat. Hat für Sie die Glaubwürdigkeit der Politik darunter gelitten?
Studers Handlung bestätigte die Furcht, dass «die da oben» sowieso machen, was sie wollen. Mit meiner Kandidatur soll nun eine echte Auswahl ermöglicht werden. Nicht, dass man den Eindruck hat, da haben hinter verschlossener Tür Absprachen stattgefunden, mit welchem Gspändli man am liebsten regieren will.
Sie sammelten im ersten Wahlgang etwas mehr als die Hälfte der Stimmen von Stefan Roth. Hand aufs Herz: Ihre Wahlchancen sind doch sehr gering.
Es geht weder um meine Chancen noch um mein persönliches Resultat. Ich möchte die Leute auffordern, an die Urne zu gehen und zu wählen. Und zudem: Wenn Stefan Roth mit einem guten Resultat gewählt wird, fühlt sich das für ihn und für die CVP auch besser an, als wenn der Wahl ein Makel von Mauschelei anhaften würde.
Beat Stocker ist noch unschlüssig, ob er antreten will oder nicht. Würden Sie lieber einen Dreikampf oder ein Duell haben?
Ich würde es begrüssen, wenn Beat Stocker auch ins Rennen steigen würde. Konkurrenz belebt das Geschäft.
Von wem erhoffen Sie sich im Wahlkampf Unterstützung?
Bisher habe ich noch mit keinen anderen Parteien sprechen können, dafür fehlte mir wegen bevorstehender Prüfungen die Zeit. Ich hoffe auf eine Unterstützung durch das linke Lager, vor allem der Frauen und der Jungen. Aber wie gesagt: Es geht mir nicht ums Taktieren, sondern darum, dass das Luzerner Stimmvolk eine Auswahl hat und seinen neuen Stadtrat oder seine neue Stadträtin frei bestimmen kann.
