Frühförderungskonzept für Kinder im Vorschulalter
Archiv: 16. März 2010
Postulat von Christina Reusser und Mitunterzeichnenden
Der Regierungsrat wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und privaten Organisationen ein Frühförderungskonzept für Kinder im Vorschulalter auszuarbeiten und umzusetzen.
Begründung:
Kinder setzen sich von Beginn ihres Lebens mit der Welt auseinander und eignen sich Wissen an. Damit dieser Selbstbildungsprozess ablaufen respektive das Kind sich gesund entwickeln kann, brauchen Kinder liebevolle und zuverlässige Beziehungen, vielfältige Anregungen und Erfahrungsangebote und die Strukturierung und Grenzsetzung im Kinderalltag. Die Erwachsenen haben in diesem Prozess die Aufgabe, ein entwicklungförderndes Umfeld zu schaffen und die fürs Lernen notwendige Geborgenheit und Sicherheit zu geben. Nur wenn diese Bedingungen erfüllt sind, erlangt das Kind den für den Schulbeginn notwendigen Entwicklungsstand im emotionalen, sozialen, kognitiven, motorischen und sprachlichen Bereich.
Wissenschaft und Praxis zeigen, dass Vorschulkinder aus sozial benachteiligten Familien gehäuft Entwicklungsrückstände aufweisen. Durch ihre verschlechterten Startchancen in der Schule und den daraus resultierenden Bildungsdefiziten ist ihre spätere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gefährdet.
In Fachkreisen ist man sich einig, dass
- die Massnahmen für Entwicklungsförderung spätestens im Kleinkindalter ein setzen müssen,
- Frühförderung auf die Zielgruppe sozial benachteiligter Kinder zu fokussieren ist,
- neben der direkten Förderung der Kinder der Einbezug der Eltern beziehungsweise die Förderung der Eltern-Kind-Beziehung wichtig ist und die Erziehungskompetenzen gefördert werden müssen,
- das Frühförderung vor Ort installiert werden muss,
- Beratungen und Angebote der Elternbildung niederschwellig oder sogar aufsuchend sein müssen.
- Entwicklungsdefizite aufzuholen oder gar nicht entstehen zu lassen,
- die Eltern in ihren erzieherischen Fähigkeiten zu stärken,
- die Rahmenbedingungen von benachteiligten Kindern im Vorschulalter zu verbessern,
- mehr erfolgreich beendete Schulabschlüsse zu verzeichnen,
- Kindern bessere Chancen zu ermöglichen, eine Ausbildung zu absolvieren.
Aufgrund der Komplexität und Wichtigkeit des Themas ist es sinnvoll, ein kantonales Konzept für den gesamten Frühförderungsbereich zu erarbeiten. Auf dessen Basis sollen die bestehenden Bedürfnisse im Kanton ermittelt, klare Ziele formuliert sowie konkrete und bedarfsgerechte Massnahmen und Projekte geplant und erarbeitet werden. Insbesondere geht es darum, die bereits bestehenden zahlreichen Angebote sowie die geplanten Massnahmen im Bereich der Frühförderung und Integration besser miteinander zu vernetzen, aufeinander abzustimmen und wo nötig auszubauen.
