Lehrstellen in der städtischen Verwaltung für Jugendliche ohne geregelten Aufenthalt
Archiv: 23. April 2010
Postulat von Edith Lanfranconi-Laube, namens der Fraktion G/JG, Nina Laky und Ylfete Fanaj, namens der Fraktion SP/JUSO, Désirée Stocker, namens der Fraktion GLP
Anfang März wurde im Nationalrat eine Motion von CVP und Grünen überwiesen, die Jugendlichen ohne gesetzlichen Status, welche ihre Schulbildung in der Schweiz absolviert haben, den Zugang zu einer Berufslehre ermöglichen soll. Die staatspolitische Kommission des Ständerates hat dieser Motion am 20. April zugestimmt. Auch die Stadt Lausanne hat bereits angekündigt dass sie Lehrstellen für jugendliche Sans-Papiers schaffen will und das Kantonsparlament der Waadt stützt dieses Ansinnen.
Auch die Stadt Luzern soll prüfen, wie sie für diese Personengruppe Ausbildungsmöglichkeiten schaffen kann.
Mehrere Tausend Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene leben ohne geregelten Aufenthaltsstatus in der Schweiz. Es sind dies:
- Kinder von Sans-Papiers
- Kinder von Eltern mit legalem Aufenthaltsstatus, denen der Familiennachzug verweigert wurde
- Kinder von Asylsuchenden mit Nichteintretensentscheid
- Kinder von abgelehnten Asylsuchenden
Eine Ausbildung würde diesen jungen Menschen eine Perspektive geben und ihnen ermöglichen, ihren Lebensunterhalt selber zu bestreiten. Also auch aus volkswirtschaftlicher Sicht ist es nicht sinnvoll, Bewerberinnen und Bewerber für eine Lehrstelle von Gesetzes wegen ablehnen zu müssen. Jugendliche, welchen die berufliche Ausbildung verwehrt wird, werden so von Staates wegen zum Nichtstun verurteilt oder direkt in die unkontrollierte Schwarzarbeit gewiesen oder können in die Delinquenz abdriften und verursachen beim Staat Kosten in Form von Polizeileistungen und Haft. Besser wäre es, diesen Jugendlichen eine Perspektive in Form einer Berufsausbildung zu bieten.
Der Stadtrat wird deshalb gebeten:
- zu prüfen, ob städtische Lösungen, zum Beispiel Lehrstellen bei der städtischen Verwaltung in Bezug auf den Zugang von Jugendlichen ohne geregelten Aufenthalt (Sans-Papiers, Asylsuchende mit Nichteintretensentscheid oder negativem Asylentscheid) zu Lehrstellen oder lehrstellenähnlichen Angeboten möglich sind.
- seinen Einfluss auf den Kanton geltend zu machen, damit sich dieser dafür einsetzt, dass alle weiterführenden Ausbildungsinstitutionen für Jugendliche ohne geregelten Aufenthalt zugänglich gemacht werden.
siehe auch: » Zulassung von Lehrstellen für jugendliche Sans-Papiers (Petition von Heidi Rebsamen an die Kantonsregierung vom 16. März 2010)
