Grüne Vorstösse in Agglomeration und Gemeinden - Archiv 2010

Angemessene Klassengrössen an der Volksschule Emmen

Archiv: 23. August 2010

Karin Saturnino und Mitunterzeichnende fordern den Gemeinderat Emmen in einer Motion vom 23. August 2010 namens der SP/Grünen-Fraktion auf, die gute Qualität der Volksschule Emmen durch angemessene Klassengrössen gewährleisten und langfristig sicherzustellen.


I. Ausgangslage
Im Zwischenbericht 2010 zum strategischen Entwicklungs- und Ressourcenplan (SER) 2009‐2013 hält die Schuldirektion fest, die Volksschule Emmen setze in Zukunft den Schwerpunkt auf die integrative Förderung. Der Weg zur integrativen Förderung (IF) fordere die vertiefte Auseinandersetzung mit der Individualität und Heterogenität der Lernenden. Diese Auseinandersetzung mit der Individualität und Heterogenität der Lernenden wird künftig äusserst wichtig sein. Damit diese gewährleistet werden kann, ist es unabdingbar, dass die Klassengrössen, in Übereinstimmung mit den Vorgaben des Kantons, diesen Zielen angepasst sind. Die Planungshilfe für die Klassenbildung der Dienststelle Volksschulbildung (DVS) vom 01. 08. 2009 hält zudem fest: «Die Zahl der fremdsprachigen Lernenden mit keinen oder ungenügenden Kenntnissen der deutschen Sprache ist bei der Klassenbildung angemessen zu berücksichtigen.»

Aus der Beantwortung des CVP-Postulats 66/09 vom 21. April 2010 ist ersichtlich, dass an der Volksschule Emmen je nach Stufe 39‐44 % (Kanton 14‐21 %) ausländische Kinder unterrichtet werden, was zusätzliche Ressourcen bindet. Die Gemeinde Emmen erhält im Rahmen des kantonalen Finanzausgleichs Gelder, welche insbesondere für die Bewältigung von soziodemografischen Lasten eingesetzt werden sollen. Ein Teil dieses Ertrages muss in Emmen für die Qualitätssicherung der Volksschule eingesetzt werden.

II. Durchschnittliche Klassengrössen
Im Schuljahr 2009/10 lag die durchschnittliche Klassengrösse an der Volksschule Emmen gemäss Zwischenbericht 2010 zum strategischen Entwicklungs- und Ressourcenplan (SER) im Kindergarten bei 18.7 (kantonales Mittel 18.0), auf Primarstufe (ohne IF und Kleinklassen) bei 19.4 (Kt. 19.2) und auf der Sek I-Stufe bei 18.3 (Kt. 17.8). Damit lag der Schnitt jeweils knapp über dem kantonalen Mittel. Wo der Fremdsprachenanteil hoch und die Klassenzusammensetzung schwierig ist, wurden gelegentlich situativ Klassenhilfen eingesetzt. Einzelne Abteilungen der Sekundarstufe Niveau A müssen mit Maximal- oder Überbeständen (25/26 Lernende) ins Schuljahr 2010/2011 starten, was nicht sehr förderlich ist.

Dennoch: Bei den erwähnten durchschnittlichen Klassengrössen ist es in der Mehrzahl der Klassen dank grossem Engagement der Lehrpersonen knapp möglich, der Heterogenität der Lernenden Rechnung zu tragen. Die integrative Förderung kann umgesetzt, der hohe Fremdsprachenanteil in den Klassen meist aufgefangen und auf den sozialen Hintergrund der Kinder kann mit der nötigen Sorgfalt eingegangen werden. Zudem respektiert das Beachten angemessener Klassengrössen die besonderen Ansprüche an die Lehrerschaft und leistet einen Beitrag für eine gute Personalentwicklung.

Gemäss SER orientiert sich die Volksschule Emmen für die Zukunft an folgenden Klassengrössen: Kindergarten 19, Primarschule Regelklassen mit Integrativer Förderung 20, Sekundarstufe je nach Niveau 10‐22.

III. Forderung
Die gute Qualität der Volksschule Emmen kann durch angemessene Klassengrössen gewährleistet und langfristig sichergestellt werden, was sich als Standortvorteil für die Wohngemeinde Emmen auswirken wird.

Wir fordern deshalb den Gemeinderat auf
  • bei der künftigen Planung der schulischen Abteilungen die durchschnittlichen Klassengrössen gemäss SER als absolutes Maximum zu verstehen
  • diese Durchschnittswerte bei der Budgetierung zu berücksichtigen
  • die Gelder, die im Rahmen des kantonalen Finanzausgleichs für die Bewältigung von sozio- demografischen Lasten ausgeschüttet werden, zum Teil für die Qualitätssicherung der Volksschule einzusetzen

Namens der SP/Grüne Fraktion

Karin Saturnino
Barbara Fas
Luzius Hafen
Sigisbert Regli
Monique Frey
Jacintha Reginold
Andreas Kappeler
Hanspeter Herger