Grüne Vorstösse in Agglomeration und Gemeinden - Archiv 2010

Anfrage bezüglich flankierender Massnahmen zur Gesamterneuerung Cityring Luzern

Archiv: 1. November 2010

Ebikon: Andreas Feller und Christina Reusser möchten in einer brieflichen Anfrage vom 1. November 2010 vom Gemeinderat wissen, wie die Gemeinde Ebikon auf die veränderte Verkehrssituation (Dosiersystem) im Rahmen des Projekts Cityring vorbereitet ist.


Sehr geehrte Herren Gemeinderäte

Am 2. November starten die Hauptarbeiten für die komplette Erneuerung des Cityrings Luzern (Reussport- und Sonnenbergtunnel, Lehnenviadukt, Sentibrücken und Stadtanschluss). In diesem Zusammenhang wird während 2 Jahren jede Nacht und an total 50 Wochenenden je eine Tunnelröhre gesperrt und der Verkehr durch die Stadt Luzern umgeleitet. Die Projektverantwortlichen rechnen mit Stau in der ganzen Agglomeration. Das Bundesamt für Strasse, ASTRA, hat flankierende Massnahmen ausgearbeitet, um die Verkehrssituation zu entlasten: Umleitungen, Verkehrsleitmassnahmen, Warteräume für den Schwerverkehr und neue Busspuren.

Erstmals wird eine eigentliche Pförtneranlage für die Agglomeration Luzern eingeführt. Die Grünen sind gespannt auf die Auswirkungen und werden den Verkehrsfluss, vor allem für den öffentlichen Verkehr, genau beobachten.

Uns ist wichtig, dass während den zwei Baujahren der öffentliche Verkehr ungehindert fliessen kann und die Quartiere nicht durch Mehrverkehr belastet werden. Zu den flankierenden Massnahmen, welche die Gemeinde Ebikon betreffen, haben wir Grüne Ebikon folgende Fragen:

    1) Welche Massnahmen sind auf dem Gemeindegebiet Ebikon geplant, damit der öffentliche Verkehr reibungslos zirkulieren kann und die Fahrpläne eingehalten werden können?

    2) Es werden in der Agglomeration provisorische Busspuren geplant (zum Beispiel Hauptstrasse bei Reussbühl oder Baselstrasse etc.). In Ebikon wäre eine Busspur auf der vierspurigen Strecke zwischen M-Parc und Lichtsignal beim 2-Rad-Center Schurtenberger, mit einfachen Mitteln umsetzbar. Ist eine provisorische Busspur auf dieser Strecke oder auf anderen Strecken geplant?

    3) Bei welchen Lichtsignalen ist geplant, den Verkehr zurück zu halten? Und welchen Einfluss hat die Gemeinde Ebikon auf dieses Dosiersystem?

    4) Hat die Gemeinde selber Ideen entwickelt, wie sie die Bevölkerung informiert und den Umsteigeprozess auf den öffentlichen Verkehr, kombinierte Mobilität (Park + Ride-Anlage mit öffentlichem Verkehr), Fahrgemeinschaften und das Velo fördern will?

    5) Obwohl die Autofahrenden aufgefordert werden umzusteigen, wird die Frequenz der Busse und Regionalzüge in die Stadt nicht erhöht. Wie und wie schnell kann die Gemeinde Ebikon reagieren und eine höhere Frequenz einfordern?

    6) Wie verhindert die Gemeinde Ebikon den Schleichverkehr respektive den Ausweichverkehr über die Hartenfelsstrasse-Oberdierikonerstrasse / Hofmattstrasse-Schulhausstrasse-Schachenweidstrasse / Weichlenstrasse-Bahnhofstrasse-Riedmattstrasse-Dorfstrasse / Kaspar Koppstrasse?

    7) Wir nehmen wahr, dass der Kanton die flankierenden Massnahmen bezüglich Rontalzubringer nicht prioritär behandelt. Die Gestaltungspläne der Kantonsstrasse, welche zwischen Kanton und der Gemeinde Ebikon ausgearbeitet wurden, werden vom Kanton eher negiert als umgesetzt. Zudem sind die Kosten der flankierenden Massnahmen im Finanzierungsplan des Kantons weit hinten aufgeführt. Einige Umsetzungen gewisser Massnahmen sind jedoch in absehbarer Zeit geplant. Muss auf Grund der speziellen Verkehrssituation in Folge der Erneuerung des Cityrings, mit zusätzlichen Verzögerungen der Umsetzung der geplanten flankierenden Massnahmen bezüglich Rontalzubringer gerechnet werden?

Für Ihre Stellungsnahme und Antworten danken wir Ihnen im Voraus bestens.