Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2015

Schriftliche Anfrage zum Ärgernis Velodiebstahl: Was können die Behörden dagegen unternehmen?

Archiv: 21. April 2015

Mario Stübi namens der Fraktion SP-/Juso-Fraktion sowie Korintha Bärtsch namens der Grünen/Jungen-Grünen-Fraktion möchten vom Stadtrat in einer schriftlichen Anfrage wissen, ob und wie sich die Stadt gegen das Ärgernis Velodiebstahl einsetzt, damit dieses Verkehrsmittel attraktiver wird.

Mehr als 85 Prozent aller gestohlenen Fahrzeuge in der Schweiz sind Velos. 2014 haben Velodiebstähle um knapp zehn Prozent auf 47'762 Fahrzeuge zugenommen. Angesichts dieser eindrücklichen Zahlen enttäuscht die Aufklärungsquote, welche schweizweit bei 2,2 Prozent liegt. Die Versicherungsbranche kosten diese Diebstähle jährlich rund 60 Millionen Franken.

Den Polizeikorps ist die Problematik bekannt, ihre Handhabe jedoch beschränkt. Die Kapo Zürich verzeichnet immerhin steigende Verzeigungen, seit sie diese Dienstleistung unter dem Titel E-Police auch online anbietet. Wirkungsvolle Intervention täte aber not - und kann funktionieren: In Holland rüstet die Polizei seit 2008 Fahrräder mit GPS-Sendern aus, um die Spur der Diebe zu verfolgen. Mit dieser Praxis sanken die Diebstähle innerhalb von nur drei Jahren um fast die Hälfte.

Im Sinne einer gesamtheitlichen Veloförderung wären Präventionsmassnahmen in diesem Bereich wünschenswert und hätten Pioniercharakter. Sieht dies der Stadtrat auch so? Möglichst sichere Parkierungsmöglichkeiten sind das eine. Aber es gibt bereits weitergehendes Engagement aus der Privatwirtschaft, zum Beispiel benutzerfreundliche GPS-Systeme für den flächendeckenden Einsatz zur Nachverfolgung gestohlener Fahrräder oder ein Veloregister zur Identifikation von besitzerlosen Velos. Solche Massnahmen sollten koordiniert sein mit den betroffenen Akteuren (Polizei, Verbände, Versicherungen, Händler usw.). Der Stadtrat wird gebeten, seine Haltung zu dieser Thematik zu äussern.