Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2015

Dringliches Postulat über die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden bei Privaten

Archiv: 10. September 2015

Michèle Bucher fordert den Regierungsrat namens der Grünen-Fraktion in einem dringlichen Postulat auf, die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden bei Privaten, die sich freiwillig dafür melden, zu ermöglichen. Dazu hat er die notwendigen Grundlagen zu schaffen und Vorkehrungen zu treffen.

Nicht nur die allgegenwärtigen dramatischen Bilder flüchtender Menschen, sondern auch die gesellschaftliche und politische Auseinandersetzung mit der Flüchtlingsproblematik hat grosse Teile der Luzerner Bevölkerung für die Mithilfe zur Bewältigung der Krise sensibilisiert. Immer mehr Privatpersonen sehen sich zum Handeln herausgefordert. Neben Sachspenden bieten Luzernerinnen und Luzerner auch substantielle Hilfe an, indem sie sich bereit erklären, Flüchtlinge oder Asylsuchende privat unterzubringen.

Mit diesem Angebot stossen potenzielle Gastgeberinnen und Gastgeber im Kanton Luzern jedoch auf taube Ohren. Im Gegensatz zu verschiedenen grossen Kantonen (z.B. Aargau, Bern, Waadt), konnte sich die private Beherbergung im Kanton Luzern mangels definierter Abläufe bisher nicht etablieren. Und dies, obwohl die private Unterbringung namentlich von bereits anerkannten und vorläufig aufgenommenen Personen sowie Personen mit reeller Chance auf einen dauerhaften Aufenthalt in der Schweiz bei professioneller interkultureller Begleitung eine einfachere und schnellere Integration ermöglicht.

Genau dort, bei der notwendigen und gewünschten sozialen und beruflichen Integration, setzt das Gastfamilienprojekt der Schweizerischen Flüchtlingshilfe SFH an. Das SFH koordiniert die Angebote von potenziellen Gastgeberinnen und Gastgebern mit den Ansprüchen der zuständigen Behörde und unterstützt Flüchtlinge und Private mitunter mittels interkultureller Begleitung bei ihren Integrationsbemühungen. Bei der Erarbeitung der Grundlagen für die private Unterbringung im Kanton Luzern bietet sich eine Zusammenarbeit mit der SFH dem Gesagten entsprechend an.