Anfrage bezüglich der Nachhaltigkeitsstrategie der zukünftigen Bildungspolitik des Kantons
Archiv: 4. Juni 2017
Die bildungspolitischen Anforderungen und Bedürfnisse ändern sich dauernd. In diversen Grundlagenpapieren des Kantons sind Ziele zu bildungspolitischen Herausforderungen definiert. Darin zeigen sich Weiterentwicklungen und zeitgemässe Anpassungen. Vor allem soll sich die Zentralschweiz mit dem Kanton Luzern als Zentrum als eigenständige Bildungslandschaft behaupten. Damit die gesetzten oder noch zu setzenden bildungspolitischen Ziele des Kantons erfüllt werden können, müssen kantonale Bildungsinstitutionen den Bedürfnissen entsprechend ausgestattet sein, um damit mittel- und langfristig fit und konkurrenzfähig zu bleiben. Bezüglich längerer Perspektive der Nachhaltigkeit für die kantonale Bildungspolitik lassen sich verschiedene Stolpersteine feststellen, die zu bewältigen sind.
Herausforderungen in den Bereichen Volks-, Gymnasial- und Berufsschulbildung
Verschiedene Veränderungsbestrebungen und Herausforderungen lassen sich in diesen Bereichen feststellen: Erneuerung der Schulverwaltungssoftware; Umsetzung des Lehrplans 21; die Reduktion der Sekundarschulen; die Diskussion der Aufhebung der Langzeitgymnasien und Wirtschaftsmittelschulen; Neuorganisation bzw. Auslagerung des Instrumentalunterrichts; die Motivation bzw. die Unsicherheiten der Lehrpersonen durch die generelle Erhöhung der Arbeitszeit. Eine der wichtigsten bildungspolitischen Herausforderungen ist die Bildungsförderung der Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund auf verschiedenen Bildungsstufen. Es ist zu vermeiden, dass es mittel- und langfristig zu einer Unterschichtung kommen kann. Denn je höher die Bildungsstufen sind, desto mehr sind Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund anteilmässig untervertreten.
Für eine zeitgemässe Nachhaltungsstrategie stellen sich folgende Fragen:
Herausforderungen im Bereich Hochschulbildung
Der Kanton Luzern betrachtet die Entwicklung der drei kantonalen Hochschulen (Universität, FH und PH) als wichtiges Element seiner Wirtschafts- und Standortpolitik. Kantonale Hochschulen und die Universität Luzern haben aber ernsthafte finanzielle Probleme. Diese entstanden durch zu niedrige Beiträge aufgrund der neuen Hochschulfinanzierung des Bundes (nach HFKG Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz des Bundes), der interkantonalen Finanzierungsvereinbarung und der Beitragskürzungen von der Trägerschaft der Hochschulen. Die Universität Luzern darf gemäss dem Universitätsgesetzt nur 10% vom Jahresumsatz als Eigenkapital anlegen, der Rest muss dem Kanton rückerstattet werden. Der Grundbeitrag des Kantons ist tief und wird noch tiefer ausfallen: Für das Jahr 2017 13,4 und für das Jahr 2018 unter 10 Mio. CHF, davon sind drei Mio. CHF als Miete zu bezahlen. Dazu sind einige Fakultäten der Universität zu klein und es gibt Bedarf, einige Verbesserungen vorzunehmen. Beispielsweise ist die PH Luzern auf viele Standorte verteilt, was nicht nur den Studienbetrieb erschwert, sondern auch zu Mehrkosten führt. Das Problem der mangelnden Infrastruktur haben auch einige andere kantonale Hochschulen. Und die Diskussion um Veränderungen rund um die Musik(hoch)schulen etc.
Wir bitten die Regierung folgende Fragen zu beantworten:
Schlussfrage bezüglich der Nachhaltigkeitsstrategie
- Wenn ja, was sind die wichtigen Meilensteine?
- Wenn nein, wie können unsere Bildungsinstitutionen zeitgemäss fit und konkurrenzfähig bleiben?
- Welche Herausforderungen stehen bevor z.B. inhaltlich, finanziell, sozial-solidarisch, personell und technisch?
