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Die Stadt ist aufgeforder, die Initiative zu ergreifen

Archiv: 27. September 2004

Motion von Philipp Federer, namens der GB/JG-Fraktion

Die Hauptachsen des öffentlichen Verkehrs sind generell an ihrer Leistungsgrenze angelangt. Einen Qualitätssprung brächte die Stadtbahn. In vielen Städten erlebt die Stadtbahn eine generelle Renaissance. Städte mit neuen Linien sind u. a. in Frankreich Rouen, Nantes, Valenciennes (in Planung), Grenoble mit 13,5 km neuen zusätzlich neben bestehenden 20 km, in Deutschland Karlsruhe, Kassel ... oder auch das kleine Wabern bei Bern. Die Vorteile einer modernen Stadtbahn sind u. a. die grösseren Transportkapazitäten und die grosse Akzeptanz zum Umsteigen bei Autofahrerinnen und Autofahrern. Betriebswirtschaftlich schneidet die Stadtbahn in Karlsruhe besser ab als die früheren Transportangebote.

Die anfänglich hohen Investitionskosten schrecken den Kanton und die zuständigen Stellen leider immer noch ab, eine genauere Realisierbarkeit zu prüfen und Grundlagen für weitere Diskussionen überhaupt zu erarbeiten. Der Kanton hat sich zwar endlich von der teuren S-Bahn und dem unterirdischen Anschluss Kriens verabschiedet. Als einzige realistische Option eines Schienenangebots betrachtet der Kanton die Stadtbahnvariante. Die Stadtbahn kann kostengünstiger gebaut werden, und sie besitzt den entscheidenden Vorteil, dass sie leistungsfähiger ist und das Bussystem ersetzen kann. Dennoch drückt sich der Kanton vor der Planung und äussert sich einzig zu Optionen, welche nur vermutet nach 2020 angegangen werden. Wir meinen, dass die Abklärungen und Planungsarbeiten jetzt geleistet werden müssen und dass sie einen wesentlichen Beitrag leisten können zur Gesamtplanung des Verkehrs. Es ist an der Zeit, dass die Stadt die Initiative übernimmt und u. a. an den Bericht vom 24. Juni 1999 "Stadtbahn Luzern, Diskussionsgrundlage für ein finanzierbares Konzept" des Planungsbüros Jud AG anknüpft.

Die Stadt Luzern ist aufgefordert, mit Kriens und Ebikon Kontakt aufzunehmen, eine Stadtbahn zu studieren und zu planen. Die Erfahrungen aus Zug zeigen uns, dass mit der Planung das Interesse der Gemeinden geweckt wurde. Während der Planungsphase der ersten Etappe meldeten plötzlich die Gemeinden ihr Interesse an und brachten sich initiativ ein, woraus eine richtige Dynamik pro Stadtbahn entstand. Bemerkenswert war, dass Zug die Planung begann, obwohl keine Bundesbeiträge zugesichert waren. Der scheinbare Nachteil entpuppte sich später als Vorteil, weil konkrete Vorhaben ausgewiesen werden konnten.

Wir fordern den Stadtrat auf, Planungsarbeiten bezüglich einer Stadtbahn Kriens‐Luzern‐Ebikon anzupacken, die Linienführung abzuklären, Kostenberechnungen zu erstellen und Betriebskosten mit den bestehenden Verkehrsmitteln zu vergleichen. In einem Bericht soll der Grosse Stadtrat dazu informiert werden.