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Gegen Sprachpolizisten
26. Mai 2010, von Luzius HafenLeserbrief zu «Das ist nicht fremdenfeindlich», NLZ, 26. Mai 2010
Da hat Christian Blunschi in der Ratssitzung nicht aufgepasst. Die SP/Grüne Fraktion hat das Postulat betreffend deutsche Sprache an den Emmer Schulen nicht abgelehnt, sondern teilweise überwiesen – und zwar einstimmig.
Nicht nur das. In der gleichen Sitzung wurde unsere Motion – ein halbes Jahr vor der CVP eingereicht – für ein freiwilliges zweites Kindergartenjahr behandelt. Die Motion nimmt die Überlegungen von Herrn Blunschi auf: Gute Deutschkenntnisse beim Schuleintritt würden vor allem für die betroffenen fremdsprachigen Kinder einen grossen Schritt Richtung Chancengleichheit in der Bildungslaufbahn bedeuten.
Was wir nicht unterstützen konnten, war die Forderung nach Sprachpolizisten auf dem Pausenplatz und am Familientisch. Zum einen, weil jeder Mensch in seiner Privatsphäre sprechen können soll, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Zum andern, weil ein starker Zusammenhang besteht zwischen der Beherrschung der Muttersprache und dem Erwerb einer Zweitsprache. Und weil die rechtlichen Grundlagen fehlen, die Kinder vor dem obligatorischen Schulalter in schulische Angebote zu verpflichten.
Es bleibt also nichts anderes übrig, als Motivationsarbeit zu leisten, die bestehenden Angebote zu unterstützen und gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Das freiwillige zweite Kindergartenjahr wäre ein wichtiger Schritt gewesen. Die CVP wollte diesen Schritt nicht verbindlich machen, sondern nur in der schwachen Form als Postulat unterstützen.
