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Wohneigentümer haben Vorteile
1. September 2010, von Michael TöngiLeserbrief zu «Hausbesitzer haben Nase voll», Neue Luzerner Zeitung vom 25. August
Der Hauseigentümerverband glaubt, dass die Hauseigentümer steuerlich benachteiligt sind, und spricht von einer «Flut von steuerlichen Belastungen». Es werden dann verschiedene Steuern aufgezählt, um die hohe Steuerlast der Personen zu beweisen, die eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus besitzen. Deshalb verlangt der Hauseigentümerverband die Abschaffung der Liegenschaftssteuer. Die Realität sieht aber anders aus: Wer in einer Wohnung wohnt, die er selber besitzt, kann seine Steuern gehörig optimieren. Er kann die Unterhaltskosten abziehen, Schuldzinsen ebenso, man kann indirekt via dritte Säule die Schulden amortisieren, und der Wohneigentümer profitiert von Katasterschatzungen, die tief sind oder nach grösseren Umbauten auch nach Jahren noch nicht nach oben korrigiert werden.
Erstes Resultat: Die Wohneigentümer müssen zwar einen Eigenmietwert versteuern, die Mehrheit von ihnen kann aber nachher eine grössere Summe als diesen Eigenmietwert wieder abziehen. Zweites Resultat: Unterm Strich bezahlen bei gleicher finanzieller und familiärer Situation Wohneigentümer weniger Steuern als Mietende, die all diese Abzugsmöglichkeiten nicht haben.
Wenn jetzt weitere Steuern im Bereich des Wohneigentums abgeschafft werden, so heisst das nichts anderes, als dass die Allgemeinheit – also auch die Mietenden – für die Ausfälle aufkommen muss.
