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Grüne Wirtschaft
22. Januar 2011, von Raffael Fischer, » Website...
Die Grünen der Schweiz trafen sich heute zu ihrer Delegiertenversammlung in Winterthur. Mit grossem Mehr beschlossen sie die Lancierung einer Initiative für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft. Die “Grüne Wirtschafts”-Initiative verlangt in einem Verfassungsartikel, dass Bund und Kantone anstelle der heutigen Verschwendungsökonomie eine nachhaltige und ressourcenschonende Wirtschaft mit geschlossenen Stoffkreisläufen anstreben (Recycling oder wiederverwendbare Materialien). Präzisiert wird das Ziel in den Übergangsbestimmungen mit dem von Mathis Wackernagel und William E. Rees entwickelten Konzept des ökologischen Fussabdrucks. Bis ins Jahr 2050 soll der Footprint der Schweiz hochgerechnet auf eine Erde reduziert werden. Das macht Sinn, denn wir haben ja nur diesen einen Planeten, unser Raumschiff Erde. (Heute liegt er bei drei. Würden alle Menschen mit den Ressourcen der Erde gleich umgehen wie wir Schweizer, bräuchte es also drei Erden!)
Bezüglich der Mittel zur Erreichung des ambitionierten Ziels ist die Initiative nicht allzu strikt formuliert. Es werden verschiedene Möglichkeiten genannt, die man anwenden könnte. Die Wahl obliegt dann dem Parlament, verschiedene Massnahmen können auch kombiniert werden. Die Vision ist festgelegt, das Ziel ist gesteckt. Viele Wege führen hinauf zum Eiger, wie Bastien Girod es heute in einem Bild formulierte. Wichtig ist aber, dass der Weg überhaupt in Angriff genommen wird. Es gibt ja nicht nur jene, die andere Wege verfolgen – wie etwa der Bund mit seinen diversen Programmen -, sondern viele, die den Eiger gar nicht besteigen wollen, die einen Umbau zu einer nachhaltigen Wirtschaft noch nicht als ein Muss begriffen haben. Es gibt noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Im Rahmen des Unterschriftensammelns werden die Grünen noch viel Gelegenheit haben, ihre visionären Ideen zu erklären. Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingt.
Medienhinweise: Newsnetz von Tages-Anzeiger.
Der sda-Bericht (z.B. auf der Website der Neuen Luzerner Zeitung) fokussiert auf einen anderen Aspekt der DV, der später auf dem Programm stand. Am Vormittag war der Korrespondent wohl noch nicht vor Ort; die neue Initiative hat er offensichtlich verschlafen.
